Senza Nomine

Senza Nomine

Das erste Mal fuhr KH. W. Steckelings als junger Mann Mitte der 1950er Jahre nach Italien. Das Land zog ihn sofort in seinen Bann, so daß der Weg über die Alpen zu einem seiner liebsten wurde. Was Steckelings in Italien sah und erlebte, verlangte bald nach einer Antwort, nach einer eigenen gestalterischen Aktivität. Zunächst war es der Film, auf den er sich konzentrierte, ab 1973 dann die Photographie. Dabei suchte Steckelings nicht planvoll nach Motiven, sondern ließ sich treiben, fuhr kreuz und quer durchs Land und hielt an, wenn ihn eine Szenerie berührte oder ihm etwas merkwürdig erschien. Schwerpunkte waren dabei Venedig, Rom und Sizilien, doch auch die Toscana und andere Regionen kamen zu ihrem Recht. So spricht aus KH. W. Steckelings’ Bildern eine doppelte Haltung: einerseits die tiefe Vertrautheit mit Italien, andererseits die her um - streunenden Absichtslosigkeit eines flaneurhaft Reisenden, der der Intuition vertraut und nicht nach großen Namen und Attraktionen sucht. Deshalb sind seine Photos alles andere als touristische Momentaufnahmen, im Gegenteil: Sie abstrahieren völlig vom anekdotischen Erleben, und alles Schnappschuß hafte ist ihnen fremd. Statt dessen spricht aus ihnen ein ruhiger eindringlicher Blick, unter dessen Wirkung die Motive eine stillebenhafte Zeitlosigkeit gewinnen – ganz gleich, ob es sich um fließende Landschaften, einen Tisch in der Abendsonne, eine Gruppe von Häusern oder Menschen auf einer Piazza handelt. Denn Steckelings hat eine tiefe Ahnung davon, daß Italien fast überall ein Palimpsest ist, dessen viele historischen Schichtungen für das sehende Auge ein Faszinosum und Rätsel zugleich bedeuten. Nach dem als Sensation gefeierten Band “Pina Bausch backstage” legt NIMBUS damit das zweite Buch dieses außergewöhnlichen Photografen vor.

Erscheinungstermin: angekündigt seit 2015, offen
Nimbus. Kunst und Bücher

KH.W. Steckelings Senza Nomine

Verlag: Nimbus. Kunst und Bücher